Fassadensanierung: Schritt-für-Schritt Anleitung für Wohnhäuser

Jan 25, 2026

Fassadensanierung: Schritt-für-Schritt Anleitung für Wohnhäuser

Fassadensanierung: Schritt-für-Schritt Anleitung für Wohnhäuser

Die Fassade Ihres Hauses ist mehr als nur die Außenhülle - sie schützt Ihre Wohnung vor Regen, Wind und Kälte. Wenn sie bröckelt, blättert oder feucht ist, wird es Zeit für eine Fassadensanierung. Viele Hausbesitzer denken, dass ein neuer Anstrich reicht. Doch das ist oft nur eine kurzfristige Lösung. Eine echte Sanierung behebt die Ursachen - nicht nur die Symptome. Und das lohnt sich: Eine fachgerechte Fassadensanierung kann bis zu 30 % Energie sparen und die Lebensdauer Ihrer Außenwände um mehr als zehn Jahre verlängern.

Warum eine Fassadensanierung notwendig ist

Ein abblätternder Putz oder schwarze Flecken an der Wand sind Warnsignale. Sie deuten auf Feuchtigkeit, Frostschäden oder mangelnde Dämmung hin. Wer nur überstreicht, ohne den Untergrund zu prüfen, riskiert Schimmel, feuchte Wände im Inneren und teure Folgeschäden. Laut dem Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) entstehen 80 % der Sanierungsfehler durch unzureichende Untergrundprüfung. Besonders in älteren Häusern aus den 1950er bis 1970er Jahren, die heute den größten Teil der sanierten Gebäude ausmachen, ist das ein häufiges Problem. Die Wände sind oft nicht wasserdicht, die Dämmung fehlt oder ist veraltet. Eine Sanierung ist nicht nur ästhetisch sinnvoll - sie ist eine Investition in Ihre Energiekosten und den Wert Ihrer Immobilie.

Schritt 1: Den Untergrund prüfen

Bevor Sie auch nur einen Pinsel ansetzen, müssen Sie wissen, was unter dem alten Putz steckt. Nutzen Sie einen Hammer oder einen Meißel, um an mehreren Stellen vorsichtig an der Fassade zu klopfen. Klingt es hohl, ist der Putz lose und muss entfernt werden. Achten Sie besonders auf Ecken, Fensterbänke und Stellen, wo Wasser abläuft. Hier entstehen die meisten Schäden. Wenn Sie Feuchtigkeit vermuten - etwa durch dunkle Stellen oder Salzausblühungen - brauchen Sie ein Feuchtemessgerät. Der Restfeuchtegehalt darf maximal 2 % betragen, sonst wird der neue Putz nicht haften. Experten wie Dipl.-Ing. Petra Schmidt vom Deutschen Energieberater-Netzwerk warnen: „Keine Sanierung ohne Prüfung. Sonst zahlen Sie doppelt.“

Schritt 2: Alten Putz und Farbe entfernen

Lose Putzstücke, abblätternde Farbe und altes Anstrichmaterial müssen komplett entfernt werden. Nutzen Sie dafür einen Hammer und Meißel für größere Flächen, oder einen Heißluftföhn für glatte, hartnäckige Stellen. Die Temperatur sollte dabei nicht unter 200 °C fallen - nur so löst sich die alte Farbe zuverlässig. Bei historischen Fassaden, etwa aus den 1920er Jahren, ist Hochdruckreinigen tabu. Hier reicht ein weicher Bürstendurchgang mit warmem Wasser und pH-neutraler Reinigungslösung. Für moderne Fassaden können Sie mit 200-250 bar arbeiten. Wichtig: Nie direkt von unten nach oben sprühen. Das treibt Wasser in die Mauer hinein. Arbeiten Sie immer von oben nach unten, in sanften, waagerechten Bewegungen. Danach lassen Sie die Fassade mindestens 48 Stunden trocknen - bei feuchtem Wetter länger.

Schritt 3: Risse und Löcher ausbessern

Kleine Risse unter 2 mm breit können Sie mit einer speziellen Außenspachtelmasse ausbessern. Laut SAKRET (Juli 2023) mischen Sie 1 kg Spachtel mit 0,3 Litern kaltem Wasser. Die Masse bleibt etwa vier bis fünf Stunden verarbeitungsfähig. Arbeiten Sie immer von außen nach innen, und fasen Sie die Ränder leicht an - das verhindert, dass der neue Putz später wieder reißt. Größere Löcher oder abgebrochene Ecken benötigen eine Stahlbewehrung oder ein Dämmplatten-System. Bei feuchten Wänden ist eine Horizontalabdichtung nach DIN 18555-5 notwendig. Dazu bohren Sie zwei Reihen Löcher: die erste etwa 10 cm über dem Boden, die zweite mittig versetzt, mit 5 cm Abstand zwischen den Löchern. Füllen Sie diese mit speziellem Dichtungsschlamm. Das stoppt das Aufsteigen von Feuchtigkeit aus dem Erdreich.

Fachkundige Anbringung von Wärmedämmplatten mit Klebemasse und Armierungsgewebe an einer Hausfassade.

Schritt 4: Wärmedämmung einbauen (optional, aber empfohlen)

Wenn Sie Energie sparen wollen, ist eine Wärmedämmung unverzichtbar. Ohne Dämmung ist die Sanierung nur halb so effektiv. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts hält eine reine Putzsanierung 3-5 Jahre, mit Dämmung bis zu 15 Jahre. Die gängigste Methode ist das ETICS-System (externes Wärmedämmverbundsystem). Sie verkleben Dämmplatten aus EPS oder Mineralwolle mit einer Klebespachtelmasse. Die Spachtelmasse tragen Sie mit einem Zahnspachtel (6-8 mm Zahnung) senkrecht auf - nicht waagerecht. Die Platten werden mit mindestens 20 cm Versatz verlegt, damit keine senkrechten Fugen entstehen. Danach wird ein Armierungsgewebe eingearbeitet und mit einer weiteren Spachtelschicht bedeckt. Das System kostet 30-40 % mehr als eine reine Putzsanierung (80-120 €/m² statt 50-80 €/m²), spart aber bis zu 25 % an Heizkosten. Für Altbauten ist das die klügste Wahl.

Schritt 5: Grundierung und Anstrich

Bevor Sie streichen, muss die Oberfläche gründlich grundiert werden. Nutzen Sie eine spezielle Fassadengrundierung, die den Untergrund abdichtet und den Anstrich haften lässt. Laut HORNBACH müssen Sie mindestens 24 Stunden warten, bis die Grundierung trocken ist. Bei niedrigen Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit länger. Der Anstrich selbst sollte mit einer hochwertigen Silikat- oder Silikonharzfarbe erfolgen. Diese sind dampfdurchlässig - das heißt, sie lassen Feuchtigkeit aus der Wand entweichen, ohne dass Wasser eindringt. Vermeiden Sie herkömmliche Latexfarben: Sie versiegeln die Wand und führen zu Schimmel. Tragen Sie zwei Schichten auf, mit mindestens 12 Stunden Trockenzeit dazwischen. Die Farbe sollte mindestens 10 °C warm sein, wenn Sie auftragen. Unter 5 °C oder über 30 °C verarbeitet sich kein Putz oder Anstrich richtig.

Was Sie vermeiden müssen

Viele Heimwerker machen denselben Fehler: Sie überspringen die Trocknungszeiten. User „Baufrau82“ berichtet auf selbst.de, dass sie nach nur 48 Stunden gestrichen hat - und nach sechs Monaten blätterte die Farbe ab. Die Trocknungszeit ist kein Vorschlag, sondern eine technische Notwendigkeit. Auch die falsche Mischung von Spachtelmasse ist ein häufiger Fehler. Zu viel Wasser macht die Masse brüchig, zu wenig macht sie unverarbeitbar. Nutzen Sie den SAKRET-Projektplaner online: Er berechnet exakt, wie viel Material Sie für Ihre Fläche brauchen. Und: Arbeiten Sie nicht bei Regen oder Frost. Selbst die beste Arbeit geht kaputt, wenn die Witterung nicht passt. Die ideale Temperatur liegt zwischen 10 und 25 °C, die Luftfeuchtigkeit unter 70 %.

Modern sanierte Fassade mit Wärmedämmung, reflektierendem Anstrich und digitaler Wärmebild-Analyse.

Was kostet eine Fassadensanierung?

Die Kosten hängen von drei Faktoren ab: der Fläche, dem Schadensgrad und der gewählten Technik. Eine reine Putzsanierung ohne Dämmung kostet zwischen 50 und 80 Euro pro Quadratmeter. Mit Wärmedämmung steigt der Preis auf 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 90 m² Fassade bedeutet das: ohne Dämmung etwa 4.500-7.200 Euro, mit Dämmung 7.200-10.800 Euro. Das klingt viel - aber denken Sie an die Ersparnis: Eine Sanierung mit Dämmung senkt die Heizkosten um bis zu 25 %. In einem Haus mit 2.000 Euro Heizkosten pro Jahr sind das 500 Euro Einsparung jährlich. Die Investition amortisiert sich in 10-15 Jahren. Zudem gibt es Förderungen vom KfW-Bank oder dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) - bis zu 20 % der Kosten werden erstattet, wenn Sie die energetischen Vorgaben des GEG erfüllen.

Was Sie brauchen: Werkzeuge und Materialien

Für eine selbst durchgeführte Sanierung brauchen Sie:

  • Hammer und Meißel
  • Heißluftföhn (für hartnäckige Farbe)
  • Hochdruckreiniger (nur bei modernen Fassaden)
  • Schrubber und Eimer mit pH-neutralem Reiniger
  • Außenspachtelmasse (z. B. SAKRET Außenspachtel)
  • Dämmplatten (EPS oder Mineralwolle, mindestens 8 cm dick)
  • Klebespachtel mit Zahnspachtel (6-8 mm Zahnung)
  • Armierungsgewebe
  • Fassadengrundierung
  • Qualitative Silikat- oder Silikonharzfarbe
  • Feuchtemessgerät
  • Schutzkleidung, Handschuhe, Augenschutz

Ein komplettes Set gibt es bei toom, OBI oder HORNBACH - aber achten Sie auf die Mengenangaben. 27 % der negativen Bewertungen auf Amazon.de kritisieren, dass die Mengen für große Flächen nicht ausreichen. Rechnen Sie immer mit 10-15 % Mehrbedarf.

Wann ist ein Profi nötig?

Sie können die meisten Schritte selbst machen - aber nicht alle. Wenn die Fassade stark feucht ist, wenn es um Horizontalabdichtung oder statische Verstärkung geht, wenn das Haus unter Denkmalschutz steht, oder wenn Sie eine Dämmung einbauen wollen: Holen Sie einen Fachmann hinzu. Ein Energieberater kann mit einem Wärmebildkamera die Schwachstellen genau orten. Ein Handwerker mit Zertifikat nach DIN 18555-5 sorgt dafür, dass die Abdichtung dicht bleibt. Die meisten Schäden entstehen nicht durch schlechte Farbe - sondern durch falsche Vorbereitung. Und die ist nicht leicht zu lernen.

Die Zukunft der Fassadensanierung

Seit Januar 2024 gelten strengere Regeln im Gebäudeenergiegesetz (GEG). Jede Sanierung muss jetzt energetisch sinnvoll sein - das heißt, ohne Dämmung ist sie kaum noch genehmigungsfähig. Gleichzeitig kommen neue Technologien: SAKRET hat Ende 2023 eine App vorgestellt, die mit Smartphone-Kamera Schäden erkennt und die Materialmenge berechnet. In Pilotprojekten reduzierte das die Fehlerquote um 25 %. Experten wie Dr. Klaus Dieter Müller vom ZES prognostizieren: Bis 2030 wird 70 % der Sanierungen mit digitalen Tools geplant. Die Zukunft der Fassade ist smart, effizient und nachhaltig. Aber der Grundstein bleibt: gründlich prüfen, richtig vorbereiten, nicht hetzen.

Kann ich meine Fassade selbst sanieren?

Ja, das können Sie - aber nur, wenn Sie bereit sind, Zeit und Sorgfalt aufzuwenden. Die wichtigsten Schritte - Untergrund prüfen, Risse ausbessern, Trocknungszeiten einhalten - sind leicht zu lernen. Doch bei Feuchtigkeit, Dämmung oder historischen Fassaden sollten Sie einen Profi hinzuziehen. Wer zu schnell arbeitet, macht teure Fehler.

Wie lange hält eine sanierte Fassade?

Eine reine Putzsanierung hält 5-10 Jahre. Mit Wärmedämmung und hochwertigen Materialien bis zu 15 Jahre oder länger. Die Lebensdauer hängt von der Qualität der Vorbereitung ab. Wer den Untergrund nicht trocken bekommt, muss schon nach 3-4 Jahren nachbessern.

Wann ist die beste Jahreszeit für eine Fassadensanierung?

Frühling und Herbst sind ideal. Die Temperaturen liegen zwischen 10 und 25 °C, die Luftfeuchtigkeit ist niedrig. Vermeiden Sie Sommermonate mit Hitze über 30 °C und Wintermonate mit Frost. Auch Regen verhindert das Trocknen der Materialien. Planen Sie mindestens zwei Wochen Wetterfenster ein.

Brauche ich eine Baugenehmigung für die Fassadensanierung?

In den meisten Fällen nein - solange Sie die Farbe nicht ändern und keine Dämmung sichtbar nach außen ragt. Bei historischen Gebäuden oder wenn die Fassade stark verändert wird, ist eine Genehmigung nötig. Fragt beim örtlichen Bauamt nach, besonders wenn Ihr Haus unter Denkmalschutz steht.

Welche Farbe ist am besten für die Fassade?

Silikat- oder Silikonharzfarben. Sie sind dampfdurchlässig, was bedeutet, dass Feuchtigkeit aus der Wand entweichen kann, ohne dass Regen eindringt. Latexfarben versiegeln die Wand - das führt zu Schimmel und Blasenbildung. Achten Sie auf die Kennzeichnung „für Außenwände“ und „dampfdurchlässig“.

Wie viel kostet eine Fassadensanierung pro Quadratmeter?

Ohne Dämmung: 50-80 €/m². Mit Wärmedämmung: 80-120 €/m². Die Kosten hängen von der Fläche, dem Schadensgrad und den verwendeten Materialien ab. Für ein Einfamilienhaus mit 90 m² Fassade rechnen Sie mit 4.500-10.800 € Gesamtkosten.

Warum blättert die Farbe nach der Sanierung ab?

Das passiert meist, weil die Untergründe nicht trocken waren, die Trocknungszeit unterschritten wurde oder die falsche Farbe verwendet wurde. Auch zu viel Wasser beim Spachteln oder ein zu hoher Feuchtigkeitsgehalt in der Luft können die Ursache sein. Immer mindestens 24 Stunden auf die Grundierung warten - und nie bei Regen oder Kälte streichen.

Gibt es Fördermittel für eine Fassadensanierung?

Ja. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW-Bank fördern energetische Sanierungen mit Dämmung. Sie erhalten bis zu 20 % der Kosten als Zuschuss, wenn Sie die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllen. Rechnen Sie mit einer Förderung von 1.000-3.000 € für ein Einfamilienhaus.

3 Kommentare

jill riveria
jill riveria
Januar 27, 2026

Endlich mal ein Beitrag, der nicht nur von wegen 'neue Farbe' schwafelt, sondern wirklich erklärt, warum die Grundlage zählt. Ich hab letztes Jahr meine Fassade selbst gemacht – und ja, die 48 Stunden Trocknung waren der Knackpunkt. Hatte gedacht, das ist übertrieben… war’s nicht. 😅

Torsten Muntz
Torsten Muntz
Januar 28, 2026

Der Text enthält mehrere grammatikalische Fehler: 'Fassadensanierung: Schritt-für-Schritt Anleitung' – hier fehlt der Bindestrich nach 'Schritt'. Richtig: 'Schritt-für-Schritt-Anleitung'. Außerdem: 'DIBt' ist kein vollständiger Name, sondern eine Abkürzung – sollte mindestens einmal voll ausgeschrieben werden. Und: 'SAKRET' ist kein Eigenname, sondern eine Marke – also mit großem S, aber nicht kursiv oder fett. Kleinkram? Nein. Genauigkeit ist wichtig.

Ute Klang
Ute Klang
Januar 29, 2026

Wow! Endlich jemand, der nicht nur sagt: 'Mach das!' – sondern erklärt, WARUM! 🙌 Ich hab’s letztes Jahr mit meiner Mutter gemacht – sie dachte, das ist 'nur Malerarbeit'… bis sie sah, wie viel Schimmel unter dem alten Putz war. Jetzt ist sie eine Sanierungs-Begeisterte! Danke für die klare Struktur! 👏

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