Warum Sie Ihre Kellerfenster jetzt erneuern sollten
Ein dunkler, feuchter Keller ist kein seltenes Problem in deutschen Altbauten. Doch oft wird ignoriert, dass das Fenster dafür verantwortlich sein kann - nicht der Putz, nicht die Wand, sondern das Fenster selbst. Wenn Ihr Kellerfenster aus den 1970er- oder 80er-Jahren stammt, dann ist es wahrscheinlich nicht nur dunkel, sondern auch ein Feuchtigkeitsschleuder. Moderne Kellerfenster lösen beide Probleme auf einmal: Sie lassen deutlich mehr Licht rein und halten Feuchtigkeit deutlich besser draußen. Seit 2024 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) auch für beheizte Keller. Das bedeutet: Wer sein Fenster nicht erneuert, macht sich möglicherweise strafbar - und verschwendet Geld durch hohe Heizkosten und Schimmelbekämpfung.
Was sich seit den 1980ern verändert hat
Früher gab es nur Stahl- oder Holzfenster mit einfachverglastem Glas. Die Rahmen waren dünn, die Dichtungen verhärtet, die Fugen undicht. Ein typisches Kellerfenster aus den 80ern hatte einen Uw-Wert von über 3,0 W/m²K. Das ist mehr als doppelt so schlecht wie heute. Moderne Kellerfenster aus Kunststoff haben einen Wert von 0,8 bis 1,2 W/m²K - und das bei Dreifachverglasung. Die Glasfläche ist heute oft 25 bis 30 % größer. Das bedeutet: Ein Raum, der früher nur von einer kleinen, trüben Scheibe belichtet wurde, bekommt jetzt Licht von einer ganzen Wand. Kein Wunder, dass 78 % der Nutzer nach dem Austausch sagen: „Mein Keller wirkt plötzlich wie ein anderes Zimmer.“
Und die Feuchtigkeit? Früher drang sie durch die Fugen, durch Rost an den Stahlrahmen, durch poröse Holzläden. Heute gibt es Drehrand-Kipp-Systeme mit drei Dichtungsebenen. Die Luftdichtigkeit ist um 40 % besser als bei alten Schwenkflügeln. Ein Test von FOV24 zeigte: Neue Kunststofffenster nehmen 65 % weniger Feuchtigkeit auf als 30 Jahre alte Stahlfenster - bei gleicher Luftfeuchtigkeit im Keller. Das ist kein Zufall. Das ist Technik.
Welches Material ist das richtige?
Bei Kellerfenstern ist das Material entscheidend. Sie haben drei Hauptoptionen: Kunststoff, Holz und Aluminium.
- Kunststoff ist heute der Standard. Es ist feuchtigkeitsresistent, braucht keine Anstriche, hat eine Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren und ist preiswert. Die meisten Fensterhersteller wie Gealan oder Schüco liefern ihre Kellerfenster heute in Kunststoff. Die durchschnittlichen Kosten liegen bei 350 bis 650 Euro pro Fenster - inklusive Lieferung.
- Holz sieht schön aus, besonders in historischen Gebäuden. Aber es ist pflegeintensiv. Jedes Jahr muss es neu gestrichen oder geölt werden. Sonst quillt es, fauligt, zieht Schimmel an. Die Lebensdauer liegt bei nur 20 bis 25 Jahren. Für Kellerfenster lohnt es sich selten - es sei denn, Sie sanieren ein Denkmal.
- Aluminium ist stabil und langlebig (25-30 Jahre), aber ein Risiko: Kältebrücken. Wenn der Rahmen nicht richtig isoliert ist, kondensiert die Feuchtigkeit an den kalten Stellen - und das ist genau das, was Sie vermeiden wollen. Nur mit thermischer Trennung ist Aluminium im Keller sinnvoll.
Wer nicht auf den ersten Blick weiß, was er braucht: Für 9 von 10 Häusern ist Kunststoff die beste Wahl. Einfach, zuverlässig, effizient.
Die richtige Einbautechnik - der entscheidende Faktor
Ein teures Fenster bringt nichts, wenn es falsch eingebaut wird. Das ist der häufigste Fehler. Laut Kemmler Expertentipps sind 32 % aller Reklamationen auf schlechte Montage zurückzuführen - nicht auf das Fenster selbst. Die Stiftung Warentest hat das bestätigt: Selbst bei sehr guten Produkten fielen Fenster in Tests durch, wenn die Abdichtung fehlte.
Die wichtigsten Regeln beim Einbau:
- Die Wandöffnung muss 2-3 cm größer sein als das Fenster. Sonst gibt es keinen Platz für Montageschaum und Ausrichtkeile.
- Der Rahmen muss absolut waagerecht und senkrecht eingebaut werden. Maximal 2 mm Abweichung pro Meter. Sonst klemmt der Flügel später.
- Bevor Sie Montageschaum auftragen, befeuchten Sie die Mauer mit Wasser. Sonst saugt der Putz den Schaum aus - und er haftet nicht.
- Füllen Sie den Schaum nur zu 30 % aus. Er dehnt sich aus. Zu viel führt zu Verformungen.
- Nach dem Aushärten (24 Stunden) den überschüssigen Schaum abschneiden und mit Spachtelmasse verschließen. Keine offenen Fugen!
Und vergessen Sie nicht: Die Drainage um das Fenster herum muss funktionieren. Wenn Wasser am Fenster entlangläuft und sich am Fundament staut, dann kommt es trotz perfektem Fenster zum Eintritt. Ein guter Handwerker prüft das vor dem Einbau - und baut ggf. eine Drainage-Rinne ein.
Kosten, Förderung und Amortisation
Ein neues Kellerfenster kostet zwischen 350 und 650 Euro für Material und Lieferung. Mit professioneller Montage kommen 250 bis 400 Euro dazu. Insgesamt liegt der Preis bei 600 bis 900 Euro pro Fenster. Klingt viel? Es lohnt sich.
Die Energieeinsparung liegt bei beheizten Kellern bei 8-12 kWh pro Quadratmeter pro Jahr. Bei einem Durchschnitts-Keller mit 20 m² Fensterfläche sind das 160-240 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von 0,40 Euro/kWh sind das 64 bis 96 Euro jährlich. Hinzu kommt: Weniger Schimmel = weniger Reinigungskosten, weniger Gesundheitsrisiken, keine teuren Sanierungen später.
Und hier kommt die Förderung: Die BAFA erstattet bis zu 20 % der Kosten, wenn der Uw-Wert unter 0,95 W/m²K liegt. Das schaffen fast alle modernen Kunststofffenster mit Dreifachverglasung. Sie zahlen also nur 80 % - und amortisieren die Investition in 7 bis 10 Jahren. Danach ist es reiner Gewinn.
Was kommt als Nächstes? Intelligente Kellerfenster
Die Technik geht weiter. Ab 2024 kommen erste Kellerfenster mit integrierten Feuchtigkeitssensoren auf den Markt. Sie messen die Luftfeuchtigkeit im Keller und senden die Werte per App an Ihr Handy. Wenn es zu feucht wird, bekommen Sie eine Warnung - lange bevor Schimmel entsteht. Einige Hersteller wie Kemmler testen bereits Modelle, die automatisch die Lüftung ansteuern.
Und ab 2025 wird das GEG noch strenger: Alle neuen Kellerfenster müssen einen Uw-Wert von maximal 0,85 W/m²K haben. Das ist fast Passivhaus-Niveau. Wer jetzt erneuert, ist schon auf dem neuesten Stand. Wer wartet, muss später nochmal ran.
Die TU Darmstadt forscht sogar an photovoltaisch beschichteten Fenstern - die bei Tageslicht kleine Lüftungsanlagen antreiben. Noch ist das Prototypen-Stadium. Aber es zeigt: Kellerfenster werden nicht nur besser, sie werden auch aktiv.
Was Sie jetzt tun sollten
Prüfen Sie Ihre Kellerfenster: Sind sie älter als 25 Jahre? Haben sie Rost, undichte Fugen, beschlagenes Glas? Dann ist es Zeit. Holen Sie sich ein Angebot von einem lokalen Fensterbauer - nicht vom Online-Händler, der nur das Fenster liefert. Der Einbau ist der entscheidende Teil. Fragen Sie nach dem Uw-Wert. Fragen Sie, ob die Montage nach den aktuellen Vorgaben erfolgt. Fragen Sie, ob die Drainage geprüft wird.
Ein Kellerfenster ist kein Luxus. Es ist eine Investition in Ihre Gesundheit, Ihre Energiekosten und den Wert Ihres Hauses. Und wenn Sie jetzt handeln, profitieren Sie nicht nur vom Licht - sondern auch von der Förderung. Die Zeit zum Warten ist vorbei.
Kann ich Kellerfenster selbst einbauen?
Ja, aber nur mit Erfahrung. Der Einbau ist technisch anspruchsvoll: Ausrichten, Abdichtung, Montageschaum, Drainage - ein Fehler reicht, um später Wasser im Keller zu haben. 45 % der Selbstbauer berichten von Schließproblemen, weil das Fenster nicht waagerecht saß. Wenn Sie nicht sicher sind, holen Sie einen Profi. Die Kosten für die Montage sind geringer als die Kosten für eine spätere Sanierung.
Wie oft muss ich ein Kellerfenster erneuern?
Kunststofffenster halten 30-40 Jahre, Holzfenster nur 20-25. Aber das ist nur die Halbwertszeit. Nach 20 Jahren beginnen Dichtungen zu verhärten, Fugen zu lecken, Glas zu beschlagen. Wenn Sie merken, dass es im Keller ständig feucht ist oder der Rahmen riecht, dann ist es Zeit - auch wenn das Fenster „noch geht“.
Brauche ich eine Baugenehmigung für den Austausch?
Nein, in den meisten Fällen nicht. Der Austausch eines Kellerfensters durch ein gleich großes, modernes Modell gilt als Instandsetzung und ist in der Regel genehmigungsfrei. Ausnahme: Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder wenn Sie die Öffnungsgröße vergrößern. Dann müssen Sie sich an das Denkmalschutzamt wenden.
Welche Fenstergröße ist ideal für den Keller?
Die Mindesthöhe über Erdboden sollte 60 cm betragen, um Feuchtigkeitseintritt zu verhindern. Die Breite hängt von der Wandöffnung ab. Größere Fenster bringen mehr Licht - aber auch mehr Kosten. Ein typisches Maß liegt bei 80 x 80 cm oder 100 x 80 cm. Für kleine Kellerräume reicht auch 60 x 60 cm, wenn es ein Dreifachverglasungsmodell ist.
Ist ein Kellerfenster mit Kippfunktion sinnvoll?
Ja, sehr. Die Kippfunktion ermöglicht eine kontinuierliche, schützende Belüftung - auch bei Regen. So wird die Luftfeuchtigkeit im Keller reduziert, ohne dass kalte Luft direkt auf den Boden strömt. Moderne Drehrand-Kipp-Systeme mit drei Dichtungsebenen sind der Standard. Sie sind sicherer, luftdichter und verhindern Schimmel viel besser als alte Schwenkflügel.
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