Fertigstellungsbürgschaft: Was sie ist, warum sie wichtig ist und wo sie im Baualltag zählt

Die Fertigstellungsbürgschaft, eine finanzielle Absicherung, die sicherstellt, dass ein Bauvorhaben auch bei Zahlungsproblemen des Bauunternehmens fertiggestellt wird. Auch bekannt als Bauherrenbürgschaft, ist sie kein Luxus – sie ist ein Schutz, den du als Bauherr nicht ignorieren solltest. Stell dir vor, du hast dein Haus finanziert, die ersten Raten gezahlt, und dann hört der Bauunternehmer plötzlich auf zu arbeiten. Keine Rechnungen mehr, keine Kommunikation, nur eine halbfertige Baustelle. Das ist kein Szenario aus einem Film – das passiert. Und ohne Fertigstellungsbürgschaft bist du auf dem Schaden sitzengeblieben.

Diese Bürgschaft kommt vom Bauunternehmer – nicht von dir. Sie wird von einer Bank oder Versicherung ausgestellt und garantiert, dass das Geld da ist, um den Bau zu beenden, selbst wenn der Handwerker pleitegeht oder verschwindet. Sie deckt nicht nur die Restarbeiten ab, sondern auch die Kosten für einen neuen Bauunternehmer, der die Arbeit übernimmt. Das ist kein theoretischer Schutz – es ist ein praktischer Rettungsring. Und er ist besonders wichtig, wenn du eine Baufinanzierung, eine Kreditvereinbarung zur Finanzierung des Hausbaus, die oft an die Einhaltung von Baufortschritten gekoppelt ist hast. Die Bank will Sicherheit. Sie will nicht, dass dein Haus halbfertig bleibt, weil der Bauvertrag nicht eingehalten wurde. Deshalb verlangen viele Banken die Fertigstellungsbürgschaft als Voraussetzung für die Auszahlung deiner Kredittranche.

Du brauchst sie nicht nur beim Neubau. Auch bei umfangreichen Sanierungen, bei denen ein Generalunternehmer die gesamte Arbeit übernimmt, ist sie sinnvoll. Und sie ist kein Zeichen von Misstrauen – sie ist ein Zeichen von Professionalität. Ein seriöser Bauunternehmer bietet sie an. Wer sie verweigert, sollte dich warnen. Sie ist Teil des modernen Bauvertrag, ein rechtlich bindendes Dokument, das Leistung, Preis und Zahlungsbedingungen zwischen Bauherr und Unternehmer regelt. Ohne sie bist du im Fall eines Problems auf dich allein gestellt – mit hohen Kosten, langen Verfahren und einem halbfertigen Zuhause.

In den Beiträgen unten findest du praktische Tipps, wie du Bauverträge prüfst, wann du auf Nummer sicher gehst und wie du dich vor unerwarteten Kosten schützt – von der richtigen Finanzierung bis zur Abnahme. Diese Artikel sind kein Theoriebuch. Sie sind dein Handbuch für sicheres Bauen.

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